Fleckenmusang
(Malaiischer Palmenroller)

Paradoxurus hermaphroditus

 

 

Haltungen:                         Deutschland: 2 (Berlin Tierpark, Memleben                                                                                      Erlebnistierpark)                                                         

                                            Restliches Europa: 33

Vorkommen:                      südliches Asien, Südostasien; bis 2400 m ü.NN

Lebensraum:                     Wälder, Plantagen, menschl. Siedlungen

Kopf-Rumpf-Länge:          42 - 71 cm

Schwanzlänge:                  33 - 66 cm

Gewicht:                              2,5 – 4 kg

Nahrung:                             Früchte, Vögel, Kleinsäuger, Reptilien, Amphibien, Insekten und                                                   andere Wirbellose

Gefährdungsstatus:           nicht gefährdet

Weitere Infos:

 

Das raue, dicke Fell dieser Schleichkatze hat eine graue Grundfärbung. Gezeichnet ist es mit einem schwarzen Streifen- und Fleckenmuster, das Gesicht trägt eine schwarz-weiße, waschbärähnliche Maskenzeichnung. Mit dem Namenszusatz (das Artepitheton) im wissenschaftlichen Namen, sonst oft den entdeckenden Forschern gewidmet, hat es eine für Säugetiere weniger verbreitete Bewandtnis. Hermaphrodit beschreibt einen Zwitter. Den Fleckenmusang gibt es zwar als Männchen und Weibchen, aber es gibt auch eine hodenähnliche Duftdrüse bei Männchen und Weibchen.

 

Die Tiere sind rein nachtaktiv. Tagsüber schläft er in Baumhöhlen, die er dank seiner Kletterkünste gut erreicht. Die Einzelgänger finden sich nur zur Paarungszeit zusammen.

Fleckenmusangs sind in ganz Süd- und Südostasien beheimatet, je nach Region werden verschiedene Spezies voneinander abgegrenzt. Fleckenmusangs bewohnen vorwiegend tropische Waldgebiete. Sie entwickelten sich jedoch auch als Kulturfolger und haben es sich beispielsweise in Ställen gemütlich gemacht.

Aus der Vorliebe dieser Schleichkatze für Kaffee hat sich ein eigener Geschäftszweig entwickelt. Nach dem Genuss der Kaffeekirschen wird nur das umgebene Fruchtfleisch verdaut, die Bohne an sich wird über den Kot wieder ausgeschieden. Durch diesen biologischen Prozess soll der daraus gewonnene Kaffee einen besonderen Geschmack besitzen. Er wird als Kopi Luwak oder Civet-Kaffee für 300 Euro pro Kilo verkauft. Aus dem Kot wild lebender Fleckenmusangs kann die Nachfrage der vermeintlichen Gourmets nicht alleine gedeckt werden. Die wild gefangenen Tiere werden in kleinen Gitterkäfigen gehalten und erhalten oft nur Kaffeebeeren als Nahrung. Dieses führt zu Stress,

Mangelerscheinungen und erhöhter Sterblichkeit. Ob ein teurer Kaffee, der dazu auch noch einen muffigen Geschmack besitzen soll, diese Umstände wirklich wert ist, sei in Frage gestellt. Deutschland ist das Hauptabnehmerland dieses „Katzenkaffees“...