Südliche Giraffengazelle
(Südliche Gerenuk)

Litocranius walleri walleri

 

 

Haltungen:                         Deutschland: 2 (Tiergarten und Zoo Berlin)                                                                                       Restliches Europa: 0

Vorkommen:                      östliches Afrika (Kenia, Tansania, Somalia, Äthiopien)

Lebensraum:                     Dornbuschsavanne

Kopf-Rumpf-Länge:          80 - 105 cm

Schwanzlänge:                  23 cm

Gewicht:                              28,5 - 52 kg

Nahrung:                             Blätter, Zweige, Schösslinge, Blumen, Früchte

Gefährdungsstatus:           gering gefährdet

Weitere Infos:

 

Wie der Name schon andeutet, besitzen die Giraffengazellen einen langen, schlanken Hals und lange Beine. Dadurch erreichen sie eine Schulterhöhe von etwa einem Meter.

Das Haarkleid besteht aus einem dunkleren Rückensattel und helleren Körperseiten. Dieses zweifarbige Haarkleid auf der Körperoberseite ist unter Gazellen einzigartig. Eine dunkle Linie grenzt die weiße Bauchseite ab. Die Ohren sind sehr groß, die Tiere haben weiße Augenringe. Die Männchen tragen Hörner, was man auf den Bildern nicht sehen kann. Außerdem besitzen sie bestimmte Drüsen vor den Augen und an den Beinen.

 

Das Verbreitungsgebiet reicht von Äthiopien und Somalia über Kenia in den Norden Tansanias. In anderen Gebieten Afrikas waren Giraffengazellen vor langer Zeit verbreitet, sind dort aber inzwischen ausgestorben. Die Tiere bevorzugen trockene Lebensräume, meist Dornbuschsavannen. Auf das Leben in der Dürre sind die Gerenuks spezialisiert. Der Flüssigkeitsbedarf wird allein durch die Nahrung gedeckt, so dass die Tiere noch nicht einmal zu einem vorhandenen Wasserloch gehen um zu trinken.

Die Nahrung besteht überwiegend aus Blättern vieler verschiedener Pflanzenarten. Hier zeigen sich einige Ähnlichkeiten mit den Giraffen. Konvergenz bezeichnet einen Vorgang der Evolution, in denen nicht artverwandte Tiere ähnliche Merkmale entwickeln, wenn sie die gleiche Nahrung fressen oder den gleichen Lebensraum bewohnen. In der konvergenten Evolution entwickelte sich bei den Giraffengazellen wie bei den namensgebenden imposanten Säugetieren eine Verlängerung von Beinen und Hals. Auch die raue Zunge und die langen und unempfindlichen Lippen zeugen von der Ernährungsweise. Die Tiere beider Arten umfassen selbst dornige Zweige mit den Lippen und ziehen mit einer Kopfbewegung die Blätter hinunter. Die Gazellen gelangen an höhere Äste, in dem sie sich mit den Vorderbeinen am Baum abstützen.

 

Erwachsene Männchen sind Einzelgänger und versuchen in der Paarungszeit, Weibchen in ihrem Revier zu halten und sich mit ihnen zu paaren. Die Weibchen leben in kleinen Gruppen von zwei bis fünf Tieren, darunter die Jungen.

​Da es dementsprechend keine großen Herden der Giraffengazellen gibt kann nur vermutet werden, dass sie auch in vergangenen Zeiten kein sehr verbreitetes Tier gewesen ist. Doch auch so lässt sich feststellen, dass die Jagd den Bestand der Gerenuks dezimiert hat. Die meisten der Gazellen leben heute in Äthiopien.