Kaffernbüffel
(Schwarzbüffel)

Syncerus caffer caffer

 

Haltungen:                         Deutschland: 2 (Berlin Tierpark, Nürnberg Tiergarten)                                                                    Restliches Europa: 12

Vorkommen:                      östliches Afrika

Kopf-Rumpf-Länge:          320 cm

Schwanzlänge:                  75 - 110 cm

Gewicht:                              500 - 900 kg

Nahrung:                             Gräser, Kräuter, Laub

Gefährdungsstatus:           nicht gefährdet

Weitere Infos:

 

Der Kaffernbüffel (Syncerus caffer), auch Schwarzbüffel, Afrikanischer Büffel oder Steppenbüffel genannt, ist ein sehr großer Vertreter aus der Familie der Hornträger. Er kommt in weiten Teilen des östlichen und südlichen Afrikas vor. Dort bewohnt er offene Savannen und bewaldete Flussgebiete des Tief- und Hochlands.

 

Charakteristisch sind der robuste Körperbau, die Quaste am Schwanzende, der Buckel oberhalb der Schultern und die großen Hörner. Deren Spannweite kann bis zu 134 cm betragen. Die längsten gemessenen Hörner waren stolze 163 cm lang. Bei den Kaffernbüffeln gibt es einen ausgeprägten Sexualdimophismus, das heißt, Männchen und Weibchen unterscheiden sich deutlich im Aussehen. Die Bullen können dabei bis zu doppelt so schwer werden wie die Kühe. Auch die Hörner sind bei den Männchen stärker ausgeprägt. Die schwarze Färbung des Fells unterscheidet sich dagegen nicht.

 

Das Sozialsystem des Kaffernbüffels ist komplex. Herden bestehen aus Kühen mit Jungtieren und einzelnen Bullen, Junggesellengruppen aus wenigen männlichen Tieren oder auch einzelgängerischen Bullen. Die Herden ziehen in einem bestimmten Gebiet umher und richten sich dabei nach Witterung und Nahrungsangebot. Es kann zu Neuformungen der Herden kommen, welche mehr als tausend Individuen umfassen kann. Die Bullen tragen ständige Kämpfe um das Paarungsvorrecht aus. Auch ohne feste Paarungszeit hängt die Fortpflanzung meist von dem Nahrungsangebot und damit dem Gesundheitszustand ab.

Das Kalb bleibt bis zu anderthalb Jahre von der Mutter abhängig. Danach verlässt der männliche Nachwuchs die Herde, die jungen Kühe bleiben in der Regel dort.

 

Die Nahrung der meist im offenen Land lebenden Rinder umfasst überwiegend harte Gräser. Hiervon muss ein Kaffernbüffel etwa 15 kg am Tag fressen. Die Tiere entfernen sich selten weiter als 20 Kilometer von Wasserstellen.

 

Den bedeutendsten Fressfeind stellt der Löwe dar. Dank seiner guten Augen kann ein Kaffernbüffel diesen jedoch schon aus bis zu1,5 Kilometer Entfernung sehen. Die Tiere verteidigen sich mit ihren Hörnern gegen die Löwen oder trampeln sie mitunter zu Tode. Die Raubkatzen können einen ausgewachsenen Büffel nur durch einen gezielten Kehlbiss töten, was durch die dicke Haut erschwert wird. Da ein Kaffernbüffel bis zu 55 km/h über kurze Distanzen erreichen kann, besteht auch die Möglichkeit zur Flucht.

Der Bestand des Kaffernbüffels (und anderer Huftiere) war in der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert stark reduziert worden. Eine Hauptursache war eine Rinderpest-Epidemie. Diese hatten die Europäer bei ihrer zunehmenden Besiedlung Afrikas eingeschleppt. Kaffernbüffel haben den Ruf als eines der gefährlichsten Savannenbewohners und sind darum leider begehrt bei denjenigen, die sich mit der Trophäenjagd meinen was beweisen zu müssen. Auch zur Fleischnutzung in kleinerem und größeren Maßstab werden die imposanten Tiere bejagt. Nicht zuletzt hat die Zerstörung des Lebensraums einen großen Einfluss auf die einzelnen Bestände. Heute sind die Populationen des Kaffernbüffels zum Großteil auf Schutzgebiete beschränkt, am wichtigsten sind hier unter anderem die Serengeti (Tansania) und der Krüger-Nationalpark (Südafrika). Da die Art gegenwärtig noch weit verbreitet ist, wird sie von der IUCN als „ungefährdet“ eingestuft.