Pazifisches Walross

Odobenus rosmarus divergens

 

 

Haltungen:                         Deutschland: 1 (Tierpark Hagenbeck Hamburg)                                                                              Restliches Europa: 10

Vorkommen:                      Beringmeer, Tschuktschensee bis Laptewsee im Westen und                                                      westl. Beaufortsee im Osten, südlich bis zum Nordpazifik, bis                                                      Japan und südl. Alaska

Lebensraum:                     flache Küstengewässer, nahe Kontinentalabhängen oder                                                              Packeisflächen

Kopf-Rumpf-Länge:          260 - 320 cm

Gewicht:                             800 - 1500 kg

Nahrung:                             Muscheln, Schnecken, Garnelen, Krabben

Gefährdungsstatus:           unzureichende Daten

Walross  (2)
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Weiter Infos:

 

Der plumpe Körper der Walrosse wirkt zwar aus der Entfernung kahl, ist aber von einem etwa einen Zentimeter kurzen, stoppeligen Haarkleid bedeckt, das mit zunehmendem Alter dünner wird. Die Haut ist mit etwa vier Zentimetern extrem dick und faltig; darunter befindet sich eine fünf bis acht Zentimeter dicke Fettschicht. Sie schützt die Tiere vor Kälte und Verletzungen durch scharfe Eiskanten oder spitze Steine. Bei erwachsenen Männchen ist sie an Nacken und Schultern nochmals verstärkt und dient hier wohl zusätzlich dem Schutz vor Verletzungen bei Rangkämpfen unter den Männchen. Bei der Geburt haben Walrosse eine kräftig rotbraune Farbe, im Alter werden sie immer blasser und sind schließlich gelblich-braun. An der Farbe eines Walrosses kann man daher sein Alter abschätzen. Brust- und Bauchregion sind in der Regel dunkler als die Rückengegend; die Flossen sind bei den Neugeborenen dunkelgrau, nehmen aber mit der Zeit eine bleichere Farbe an.

Das auffälligste Merkmal des Walrosses sind die zu langen Stoßzähnen ausgebildeten oberen Eckzähne, die auch als Hauer bezeichnet werden. Diese werden im Schnitt 50 cm lang, es wurden auch schon Längen von einem Meter gemessen. Sie sind bei beiden Geschlechtern vorhanden, bei den Männchen aber in der Regel länger und geradliniger gewachsen. Die Stoßzähne der Weibchen sind stärker gekrümmt und runder im Querschnitt. Die Eckzähne entwickeln sich erst im Alter von etwa einem halben Jahr und sind wegen der voluminösen Lippen oft erst mit anderthalb Jahren sichtbar. Bei älteren Tieren sind die Hauer oft vom langen Gebrauch stark abgestumpft und gelegentlich sogar gebrochen.

Eine der wichtigsten Funktionen der Stoßzähne besteht darin, Geschlecht, Alter und sozialen Status ihrer Träger zu demonstrieren. Zudem dienen sie der Verteidigung gegen Feinde, als Kopfstütze, zum Aufbrechen von Atemlöchern im Eis oder als Hilfsmittel beim Verlassen des Wassers.

Das Pazifische Walross hält sich im Winter im Beringmeer auf; im Sommer durchqueren die Populationen die Beringstraße in Richtung Norden und suchen den Packeisrand in der Tschuktschensee auf.​

Fast immer bleiben die Tiere in flachen Küstengewässern. Obwohl sie meist nicht tiefer als etwa 80 Meter tauchen, sind in Einzelfällen Tiefen von bis zu 180 Metern nachgewiesen. Hierbei können sie bis zu 30 Minuten unter Wasser bleiben.

Sie fangen gelegentlich Fische, leben aber vorwiegend von Muscheln, Schnecken, Krebstieren, Tintenfischen, Seegurken und Würmern. Auf der Nahrungssuche wühlen sie den Meeresboden auf. Dabei bevorzugen sie kurioserweise die rechte Flosse. Aber auch die Schnauze oder ein selbsterzeugter Wasserstrahl wird dafür benutzt. Manchmal überwältigt das Walross auch sehr große Beute wie andere Robben oder Seevögel.

​Walrosse versammeln sich in großen Herden. Außerhalb der Paarungszeit sind diese Herden meist nach Geschlechtern getrennt.​ Es gibt eine feste Rangordnung, die sich nach der Größe der Stoßzähne und der Körpergröße richtet. Vor allem zwischen den Bullen kommt es auch außerhalb der Paarungszeit zu Auseinandersetzungen, deren Grund ein bevorzugter Ruheplatz an Land sein kann. Haben Drohgebärden keinen Erfolg, kommt es zu Kämpfen, bei denen die Stoßzähne eingesetzt werden und die mit blutigen Wunden enden können.

​In der Paarungszeit sammeln sich pazifische Walrosse zu Gruppen, die aus zahlreichen Weibchen mitsamt ihrem Nachwuchs und einigen konkurrierenden Bullen bestehen. Diese Herden können mehrere tausend Tiere umfassen und die Küstenlinie über 100 Kilometer besetzen. Bullen, die noch nicht die Geschlechtsreife erreicht haben, sammeln sich meist außerhalb der Paarungsgebiete in separaten eingeschlechtlichen Gruppen.

Zur Partnerwerbung erzeugen die Männchen aufwendige Laute über und unter Wasser. Die Weibchen suchen sich dann den Sexualpartner aus.

​Walrosse können bis zu 40 Jahre alt werden. Das Walross Antje wurde als Maskottchen des Norddeutschen Rundfunks bekannt. Seit 2012 werden in Tierpark Hagenbeck wieder Walrosse gehalten. Die Zucht gestaltet sich bei erhöhter Sterblichkeit schwierig. Das Walrossjunge Thor, geboren 2014, ist die bisher einzige überlebende Nachzucht in Deutschland.