Adventskalender 2022 - Karakal

Karakal

 

Anzahl Unterarten: 09

Vorkommen: Afrika, Naher Osten, Arabische Halbinsel, Zentralasien

Lebensraum: Buschland, Savanne, Trockensteppe, Halbwüste, Wüste

Kopf-Rumpf-Länge: 61 - 106 cm

Schwanzlänge: 19,5 - 34 cm

Gewicht: 6,2 - 16 kg

Nahrung: kleine und mittelgroße Säugetiere, Vögel, Reptilien

Gefährdungsstatus: LC (nicht gefährdet)

Text: Gerti Bichel

 

Der Name Karakal stammt aus dem türkischen, wo karakulak schwarze Ohren bedeutet.

Namensgebend waren also die schwarzen Haarbüschel an den Ohren. Außerdem wird er auch Wüstenluchs genannt.

 

Der Karakal hat einen schlanken Körper und lange Beine, wobei seine Hinterbeine länger sind als die vorderen, was ihn zu einem ausgezeichneten Hochspringer macht. Sein Fell ist kurz und dick. Farblich variiert es je nach Lebensraum von rötlichbraun in  Trockengebieten  bis sandbraun in niederschlagreichen Gebieten. Um Maul und Augen hat er eine schwarz weiße Zeichnung. Die bereits erwähnten namensgebenden Haarbüschel an den Ohren sind mit 5 cm die längsten innerhalb aller  Katzenarten und befähigen ihn die Herkunft von Geräuschen auch in weiter Ferne genau zu lokalisieren. Außerdem kann er damit seine Stimmung ausdrücken. Sein Schwanz ist im Verhältnis zum Körper extrem lang.

 

Der Karakal ist ein Einzelgänger, der sowohl tagsüber als auch nachts aktiv ist. Er schläft meist unter Felsen und bei Gefahr kann er schnell an einen sicheren Ort klettern.

 

Sein Lebensraum sind Halbwüsten, Steppen und auch Trockensavannen in fast ganz Afrika mit Ausname der Sahara. Weiterhin zieht sich sein Aufenthaltsgebiet von der Arabischen Halbinsel über die Türkei und weiter durch Asien bis Indien.

 

Der Zeitraum der Geburt von Jungtieren variiert je nach Lebensraum und ist jeweils zu der Jahreszeit, wo es ausreichend Beute gibt. Nach einer Tragzeit von 80 Tagen kommen dann 1 – 3 Junge an sicheren Orten wie hohlen Baumstämmen oder unter Felsnischen zur Welt. Sie sind zunächst völlig hilflos und wiegen 200 g. Nach einem Monat beginnen sie feste Nahrung zu sich zu nehmen und nach 6 – 10 Monaten werden die ersten eigenen Jagdversuche gestartet. Nach einem Jahr verlassen die Jungen die Mutter und mit 2 Jahren sind sie vollständig ausgewachsen.

 

Der Karakal ist außergewöhnlich agil und kann aus dem Stand bis zu 3 m in die Höhe springen, so dass Vögel sogar im Fluge von ihm gefangen werden können. Außerdem ist er kräftig genug, um auch Antilopen zu überwätligen, die doppelt so groß sind wie er selber. Er ist ein Pirschjäger, d. h. er  schleicht sich äußerst vorsichtig und leise an, um dann blitzschnell den Überraschungsangriff auszuführen. Auch sein Flüssigkeitsbedarf wird ausschließlich über die Nahrung abgedeckt, so dass zusätzliches Trinken für ihn nicht notwendig ist.

 

Früher zähmten indische Herrscher Karakale und schlossen Wetten ab, wieviele Tauben ein Karakal mit einem Sprung töten kann. Daraus ergab sie die englische Bezeichnung und Redewendung „die Katze unter den Tauben“.

 

Im Iran wurde er früher abgerichtet, um den Menschen auf der Jagd zu begleiten. In Afrika wird er heute selber so stark bejagt wie keine andere Raubkatze, weil er immer wieder den Zorn der Farmer auf sich zieht, weil er deren Nutztiere reißt. Er gilt aber nicht als gefährdet.

Quelle: zootierliste