Adventskalender 2022 - Eurasischer Luchs

Luchs

Anzahl Unterarten: 09

Vorkommen: Nord-, Zentral- und Osteuropa, Nord-, West-, Ost- und Zentralasien

Lebensraum: Wald- und Buschwaldgebiete (unterschiedl. Waldtypen), felsige Gebirgszonen, Moore, Heideflächen, baumlose Hochebenen; bis ca. 4000 m ü.NN

Kopf-Rumpf-Länge: 80 - 110 cm

Schwanzlänge: 16 - 23 cm

Gewicht: 15 - 29 kg

Nahrung: Säugetiere bis etwa Rehgröße, Bodenvögel

Gefährdungsstatus: LC (nicht gefährdet)

Text: Gerti Bichel

 

Der Luchs gehört zu den Kleinkatzen, ist aber die größte Katze und nach Braunbär und Wolf das drittgrößte Raubtier in Europa. Am kleinsten ist der Rotluchs, am größten der Eurasische Luchs.

 

Der Luchs war früher in ganz Europa zu Hause und wurde vom Menschen gejagt wegen seines Felles und weil er im Verdacht stand, Nutztiere zu reißen. Seine Ausrottung begann bereits im Mittelalter. In Deutschland gab es somit ab ca 1900  keine Luchse mehr. Durch diverse Projekte z. B. Im Bayerischen Wald oder im Harz sowie durch Einwanderungen aus der Schweiz und Tschechien gibt es heute wieder einige Ansiedlungen.  Dabei geht die Population im Harz zurück auf die Auswilderung von 24 Tieren aus verschiedenen Zoos und Wildparks.

 

Hören oder sehen wie ein Luchs lautet eine bekannte Redensart. Und in der Tat sind Augen und Ohren beim ihm tatsächlich sozusagen Luchsus. :-)

 

Durch eine reflektierende Schicht hineter der Netzhaut sieht der Luchs sechs Mal besser als der Mensch. Ein Hase wird sogar in einer Entfernung von 300 Metern entdeckt und selbst bei fast vollständiger Dunkelhaut kann er sehr erfolgreich jagen.

 

Charakteristisch sind auch seine beweglichen Pinselohren, die eine gute Schallortung ermöglichen. Sehr leise Geräusche werden damit wahrgenommen und eine Maus kann aus einer Entferungung von 65 Metern gehört werden. Auch die Pinsel spielen eine wichtige Rolle. Es konnte erwiesen werden, dass ein Luchs ohne Pinsel wesentlich schlechter hört.

 

Auch sein Fell ist luchsuriös, wobei selbst die Unterseiten der sehr großen Pfoten behaart sind. Es ist zugleich idealer Kälteschutz und perfekte Tarnung. Die Musterung ist sehr unterschiedlich und so einzigartig wie ein Fingerabdruck. Man findet sowohl Flecken als auch Streifen aber auch Fellle fast ohne Muster. Die Farbe variiert je nach Jahreszeit von eher rötlich braun im Sommer bis bräunlich grau im Winter, wo es auch dichter ist, insbesondere im Nacken. Auch das Muster ist im Sommer ausgepägter als im Winter.

 

Der Schwanz ist recht kurz mit einer schwarzen Spitze.

 

Wie viele Katzen kann der Luchs seine Krallen ausfahren, was ihn zu einem sehr guten Kletterer macht. So findet man ihn oft dösend auf Ästen, wobei er es genießt, von hoch oben alles im Blick zu haben. Beim Laufen sind die Krallen eingezogen und er läuft auf den Zehen, so dass sein Gang fast lautlos ist.

 

Der Luchs ist ein nachtaktiver und sehr geduldiger Jäger, wobei seine Beute meist größer ist als er selber, am liebsten sind im Rehe. Er ist ein sogenannter Überraschungsjäger, da er seiner Beute aus dem Hinterhalt auflauert und auf kurze Distanz zum Angriff sprintet, wobei er eine Geschwindkigkeit von bis zu 70 km / Std. erreichen kann, bevor er seine Beute erlegt. Von seinem Riss kann er sich mehrere Tage ernähren. Zwischenzeitlich werden die Reste unter Laub, Gras oder im Winter auch unter Schnee versteckt. Pro Tag benötigt ein ausgewachsener Luchs ca. 1 – 2 Kg. Fleisch.

 

Der Luchs ist Einzelgänger, Paare kommen nur zur Ranzzeit von Februar bis April zusammen. Nach einer Tragzeit von ca 63 – 74 Tagen kommen im Mai/Juni 1 – 5 Jungtiere zur Welt. Bei der Geburt haben sie bereits Fell. Sie werden 5 Monate gesäugt. Der Kuder beteiligt sich in der Natur nicht an der Aufzucht, ist aber grundsätzlich sehr tolerant gegenüber seinen Nachkommen und spielt auch scon mal mit ihnen. Nach ca. 10 Monaten beginnt die Suche nach einem eigenen Revier. Diese Abwanderungszeit ist sehr gefährlich. Durch Verhungern oder Verkehrsunfälle überleben viele Jungtiere die ersten beiden Lebensjahre nicht.

Quelle: zootierliste