Adventskalender 2022 - Sandkatze

Sandkatze

 

Anzahl Unterarten: 04

Vorkommen: Arabische Halbinsel, Ägypten, Israel

Lebensraum: Sand- und Steinwüste

Kopf-Rumpf-Länge: 45 - 58 cm

Gewicht: 1,5 - 3,4 kg

Nahrung: Nagetiere, Reptilien, Vögel, Insekten, Spinnentiere

Gefährdungsstatus: NT (gering gefährdet)

Text Gerti Bichel:

Die Sandkatze ist die am wenigsten gefährdete Wildkatze, weil ihr Lebensraum, die Wüste, nicht von Zerstörung bedroht ist.

 

Die Sandkatze ist an das Leben in der heißen und trockenen Wüste perfekt angepasst. So kann sie sich trotz fehlender natürlicher Versteckmöglichkeiten durch ihre geringe Größe und ihre Fellfärbung sehr gut verbergen. Das Fell ist dabei ähnlich dem Wünstensand sandbraun mit rötlich/orangener Zeichnung. Länge und Dichte des Fells schützen sowohl vor heißen Tagestemperaturen als auch vor den teils sehr kalten Temperaturen in der Nacht.

Auch die Sohlen der Pfoten sind bedeckt mit langem Fell, so dass die Sandkatze problemlos auch auf heißem Sand laufen kann. Außerdem werden dadurch kaum Spuren hinterlassen.

Ihre Ohren sind groß und weit außen stehend mit langen Haaren, die vor Wüstensand schützen. Sie kann Ultraschallrufe von Nagetieren hören, die für den Menschen unhörbar sind, was ihr bei der Beutesuche eine große Hilfe ist.

Die Augen der Sandkatze sind groß, rund und nach vorne gerichtet.

 

Die Sandkatze ist ausschließlich nachtaktiv. Den heißen Tag verbringt sie an Orten, wo sie gut vor Sonne und Hitze geschützt ist, vornehmlich in selbstgegrabenen Höhlen oder auch im Schatten von Felsen oder Sträuchern. Bei Beginn der Dämmerung beginnen ihre nächtlichen Streifzüge. Dabei sind sie keine guten Springer und Kletterer, dafür aber ausdauernde Läufer. Ihre Jagdtechnik ist geprägt über ihr Gehör und ihre sehr gute Fähigkeit beim Graben: Sie hören Nagetiere in deren unterirdischen Bauten und graben ihre Opfer dort aus. Dabei kommen ihr auch ihre Ruhe und Schnelligkeit zugute.

Eine Schlange wird durch einen Pfotenschlag auf den Kopf überwältigt und anschl. durch einen Nackenbiss getötet.

Der Flüssigkeitsbedarf  der Sandkatze wird hauptsächlich über die Nahrung gedeckt. Zusätzliche Flüssigkeit ist nicht notwendig, was extrem hilfreich zum Überleben in der Wüste ist.

 

Männchen und Weibchen treffen sich nur zur Paarungszeit im Februar/März. Ihr Paarungsruf klingt dabei ähnlich dem Bellen eines Hundes. Nach einer Tragzeit von ca. 59 – 66 Tagen kommen dann meist 3 – 5 Jungtiere zu Welt, die ein Gewicht von  40 – 55 Gramm haben und noch blind, aber bereits behaart sind. Sie werden 4 Monate gesäugt. Nach 6 – 8 Monaten werden sie selbständig und suchen sich ein eigenes Revier.

 

In Zoos findet man die Sandkatze leider nur sehr selten, weil die Tiere sehr empfindlich sind und leicht Atemwegserkrankungen erleiden. Daher muss die Unterbringung sehr trocken sein und darf keinen Temperaturschwankungen unterliegen. Das internationale Zuchtbuch wird vom Parc de felins ins Frankreich geführt.

 

Auch Forscher haben es mit den Sandkatzen nicht leicht, da sie in freier Natur sehr schwer ausfindig zu machen sind, weil sie, wie bereits oben erwähnt, kaum Spuren hinterlassen. Auch durch die Reflexion der Augen sind sie nicht zu entdecken, da  Sandkatzen bei Lichtstrahlung die Augen schnell schließen.

Quelle: zootierliste