Hinter Türchen Nr. 06 verstecken sich die Präriehunde

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Präriehunde: Architekten des Untergrunds

Präriehunde gehören zur Familie der Erdhörnchen und leben in den weiten Grassteppen Nordamerikas. Ihren Namen verdanken sie ihrem bellenden Warnruf, der an das Bellen eines kleinen Hundes erinnert. Mit einer Körperlänge von 30 bis 40 Zentimetern und einem Gewicht von rund einem Kilogramm sind sie eher klein, doch ihre Lebensweise macht sie einzigartig: Sie leben in großen Familienverbänden und bilden beeindruckende Kolonien, die Präriehund-Städte genannt werden.

Diese Kolonien bestehen aus einem weit verzweigten Tunnelsystem mit Schlafkammern, Vorratsräumen und mehreren Ein- und Ausgängen. Jede Familie – bestehend aus einem Männchen, mehreren Weibchen und deren Nachwuchs – bewohnt ein eigenes Revier innerhalb dieser Stadt. Die Tiere sind sehr sozial: Sie begrüßen sich mit Nasenküssen, putzen einander das Fell und warnen sich gegenseitig mit unterschiedlichen Lauten vor Feinden wie Greifvögeln, Kojoten oder Klapperschlangen.

 

Gigantische Städte der Vergangenheit

Besonders eindrucksvoll sind die Dimensionen, die diese Kolonien erreichen können. Historisch gab es Präriehund-Städte, die sich über mehrere tausend Quadratkilometer erstreckten. Eine der größten bekannten Kolonien in Texas umfasste eine Fläche von rund 65.000 Quadratkilometern – fast so groß wie Bayern – und beherbergte schätzungsweise 400 Millionen Tiere. Auch wenn solche gigantischen Ansammlungen heute durch Landwirtschaft und Lebensraumverlust nicht mehr existieren, zeigt dieses Beispiel eindrucksvoll, wie erfolgreich und anpassungsfähig Präriehunde sein können.

 

Das Leben der Kleinen

Die Fortpflanzung spielt sich im Schutz der unterirdischen Baue ab. Nach einer Tragzeit von etwa einem Monat bringt das Weibchen meist drei bis sechs Junge zur Welt. Die winzigen, nackten und blinden Babys bleiben zunächst mehrere Wochen im Bau, bis sie kräftig genug sind, um an die Oberfläche zu kommen. Dann zeigt sich die ganze Lebhaftigkeit der Jungtiere: Sie tollen vor den Höhleneingängen herum, üben das Bellen, klettern auf den Erdhügeln und verschwinden blitzschnell, wenn Gefahr droht.

Für Zoobesucher sind Präriehunde besonders unterhaltsam, weil ihr Verhalten so vielfältig und fast „menschlich“ wirkt: Sie kommunizieren ständig, stehen Wache und spielen mit den Jungen. Gerade diese Kombination aus quirligem Familienleben, sozialem Zusammenhalt und den faszinierenden Dimensionen ihrer Kolonien macht diese Tiere zu einem echten Highlight.

Vorkommen:

Nordamerika (von S-Kanada bis N-Mexiko, Dakota, Wyoming, Texas, Oklahoma)

Lebensraum:

offene Prärie bis 2.000 m ü. NN

Kopf-Rumpf-Länge:

36 - 41 cm

Schwanzlänge:

8 cm

Gewicht:

0,5 - 1,5 kg

Nahrung:

Gräser, Wildkräuter

Gefährdungsstatus:

LC (nicht gefährdet)

Haltungen:
175 mal in Europa / 56 mal in Deutschland

Quelle: www.zootierliste.de

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