
Hinter Türchen Nr. 12 versteckt sich die Giraffe
Der Zoo Augsburg unterstützt den Adventskalender mit 5 Kinderfreikarten.
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Der sanfte Riese Afrikas
Die Giraffe ist nicht nur das größte landlebende Tier der Welt, sondern auch eines der auffälligsten: Mit ihrem unglaublich langen Hals und den schlanken Beinen wirkt sie fast wie eine Figur aus einem Kinderbuch. Erwachsene Giraffen erreichen eine Höhe von bis zu sechs Metern – allein der Hals kann zwei Meter lang sein. Dabei hat die Giraffe, genau wie wir Menschen, nur sieben Halswirbel; sie sind lediglich extrem verlängert. Um das Blut bis ins Gehirn zu pumpen, muss das Herz mit großem Druck arbeiten – deshalb ist es besonders kräftig. Giraffen leben in lockeren Gruppen in den Savannen Afrikas und ernähren sich hauptsächlich von Blättern. Sie bevorzugen dabei Akazien, die sie mit ihrer bis zu 50 Zentimeter langen, greiffähigen Zunge geschickt von den Ästen zupfen – selbst wenn diese voller Dornen sind.
Fortpflanzung: Ein ruppiger Start ins Leben
Die Fortpflanzung hat ihre Eigenheiten: Männliche Giraffen testen die Paarungsbereitschaft eines Weibchens, indem sie dessen Urin kosten – ein Verhalten, das „Flehmen“ genannt wird. Ist das Weibchen trächtig, dauert die Schwangerschaft etwa 15 Monate, also mehr als ein Jahr. Das Ergebnis dieser langen Wartezeit ist ein Junges, das schon bei der Geburt beeindruckend groß ist: rund 1,80 Meter hoch und etwa 50 bis 70 Kilogramm schwer.
Die Geburt selbst ist ein kleines Spektakel, denn sie findet im Stehen statt. Das Kalb fällt aus fast zwei Metern Höhe zu Boden – ein ziemlich ruppiger Start. Doch dieser Sturz ist wichtig: Er reißt die Nabelschnur ab und hilft dem Neugeborenen, die Atmung aufzunehmen. Schon nach einer Stunde steht das Junge auf wackeligen Beinen, nach wenigen weiteren Stunden kann es der Mutter sicher folgen. Eine überlebenswichtige Fähigkeit in der Savanne, wo Raubtiere stets auf der Lauer liegen.
Ein wackeliger, aber wehrhafter Nachwuchs
Trotz ihrer Größe sind Giraffenbabys sehr verletzlich. Löwen, Hyänen oder Leoparden haben es auf sie abgesehen, und nicht selten muss die Mutter sich mit kräftigen Tritten verteidigen. Ihre langen Beine sind dabei eine effektive Waffe – ein gezielter Hufschlag kann sogar Löwen tödlich treffen.
Es ist skurril, dass Giraffenbabys oft in kleinen „Kindergärten“ zusammengefasst werden, während die Mütter in der Nähe Nahrung suchen. So passen mehrere Kühe gemeinsam auf die Kleinen auf. Und auch wenn die jungen Giraffen im Vergleich zu anderen Tierkindern riesig wirken, zeigen sie die gleichen unbeholfenen Bewegungen wie viele Jungtiere: Sie rennen verspielt umher, stolpern über ihre eigenen Beine und wirken manchmal, als hätten sie vergessen, wie lang ihr Hals eigentlich ist. Gerade diese Mischung aus Anmut und Tapsigkeit macht Giraffenbabys für Besucher im Zoo zu etwas ganz Besonderem.
Vorkommen:
Afrika südlich der Sahara
Lebensraum:
Buschland, Savanne, Grassteppe
Kopf-Rumpf-Länge:
350 - 480 cm
Schwanzlänge:
76 - 110 cm
Gesamtlänge:
Gesamthöhe bis 580 cm
Gewicht:
450 - 1930 kg
Nahrung:
Gräser, Knospen, junge Triebe und Blätter (z. B. von Akazien), Zweige
Gefährdungsstatus:
VU (gefährdet)
Haltungen:
44 mal in Europa / 8 mal in Deutschland
Quelle: www.zootierliste.de







