
Hinter Türchen Nr. 17 versteckt sich der Löwe
Der Zoo Heidelberg unterstützt den Adventskalender mit 3 Kinderkarten.
Vielen Dank für die Spende und die Unterstützung!
Der König im Rudel
Der Löwe gilt als „König der Tiere“ und ist die einzige Großkatze, die in Rudeln lebt. Während Tiger und Leoparden Einzelgänger sind, bilden Löwen soziale Gruppen, die sogenannten Prides. Ein Rudel besteht meist aus mehreren verwandten Löwinnen, deren Jungtieren und ein bis zwei Männchen. Die Löwinnen übernehmen den Großteil der Jagd, während die Männchen das Rudel gegen fremde Löwen oder andere Räuber verteidigen. Ihre gewaltige Mähne macht die Männchen unverwechselbar und dient nicht nur der Zierde, sondern auch als Schutz bei Kämpfen.
Geburt und Kindheit
Die Fortpflanzung bei Löwen ist ein intensives Geschäft: Ein Paar paart sich über mehrere Tage hinweg bis zu 40-mal am Tag. Die Tragzeit dauert etwa 110 Tage. Danach bringt die Löwin meist zwei bis vier Junge zur Welt. Die Geburt erfolgt abseits des Rudels, in dichtem Buschwerk oder einer Höhle. Dort bleiben die winzigen Löwenkinder zunächst verborgen. Sie wiegen bei der Geburt nur etwa 1,5 Kilogramm, sind blind und vollkommen hilflos. Erst nach ein bis zwei Wochen öffnen sie ihre Augen und beginnen, neugierig umherzukrabbeln.
Nach einigen Wochen führt die Mutter die Kleinen schließlich zurück ins Rudel – ein entscheidender Moment, denn die Akzeptanz der Gruppe ist überlebenswichtig. Oft säugen nicht nur die eigenen Mütter, sondern auch Tanten oder Schwestern die Jungtiere, sodass eine Art „Löwen-Kindergarten“ entsteht. Dieses kooperative Verhalten erhöht die Überlebenschancen der Kleinen erheblich.
Gefährliche Kindheit
Trotzdem ist die Kindheit für Löwen hart. In freier Wildbahn überlebt nur etwa jedes zweite Jungtier die ersten zwei Jahre. Krankheiten, Hunger, Feinde und manchmal auch andere Löwen können gefährlich werden. Vor allem, wenn ein neues Männchen ein Rudel übernimmt, tötet es häufig die Jungen des Vorgängers. Dies geschieht, damit die Löwinnen schneller wieder empfängnisbereit sind. So grausam es wirkt, dient dieses Verhalten der Weitergabe der eigenen Gene.
Spielerischer Nachwuchs
Für Zoobesucher sind Löwenbabys ein besonderes Erlebnis: Mit ihren gefleckten Babyfellen, die an kleine Leoparden erinnern, sehen sie völlig anders aus als die majestätischen Erwachsenen. Sie spielen unermüdlich, jagen sich gegenseitig, beißen in Schwänze und Ohren oder stolpern tollpatschig über ihre eigenen Pfoten. Dieses Spiel ist nicht nur niedlich, sondern auch wichtig, um Jagdtechniken und Körperbeherrschung zu üben.
Und so zeigt sich bei Löwen besonders eindrucksvoll: Auch die Herrscher der Savanne fangen ihr Leben klein, hilflos und erstaunlich tapsig an – und wachsen nur durch Fürsorge, Spiel und Gemeinschaft zu den mächtigen Raubkatzen heran, die wir bewundern.
Vorkommen:
Afrika, Indien
Lebensraum:
Buschsavanne, Waldsavanne, Steppe, Halbwüste; bis in 4000 m ü.NN
Kopf-Rumpf-Länge:
158 - 250 cm
Schwanzlänge:
61 - 100 cm
Gewicht:
130 - 270 kg
Nahrung:
Säugetiere
Gefährdungsstatus:
VU (gefährdet)
Haltungen:
170 mal in Europa / 24 mal in Deutschland
Quelle: www.zootierliste.de



















