
Hinter Türchen Nr. 21 versteckt sich der Eisbär
Der Tierpark Neumünster unterstützt den Adventskalender mit 1 Familienkarte und 1 Patenschaft für einen Zwergotter.
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Der Meister der Arktis
Der Eisbär ist der größte landlebende Fleischfresser der Erde und ein Spezialist für das Überleben in der Arktis. Sein dichtes Fell, das weiß erscheint, ist in Wirklichkeit durchsichtig. Die Hohlhaare leiten das Licht so, dass das Tier perfekt mit Schnee und Eis verschmilzt. Darunter verbirgt sich eine dicke Fettschicht, die den Eisbären selbst bei Temperaturen von –40 °C warmhält. Sie sind hervorragende Schwimmer und können über 60 Kilometer am Stück zurücklegen, um Robben zu jagen. Diese stellen den Hauptbestandteil ihrer Nahrung dar, und die fettreiche Robben-Blubber-Schicht ist lebenswichtig für ihren Energiehaushalt.
Fortpflanzung und Überleben
Ihre perfekte Anpassung an die rauen Bedingungen zeigt sich auch in der Fortpflanzung. Die Paarungszeit liegt im Frühjahr, aber die befruchtete Eizelle entwickelt sich zunächst nicht weiter. Erst wenn die Mutter genug Gewicht zugelegt hat, setzt die eigentliche Trächtigkeit ein. Dies stellt sicher, dass sie kräftig genug ist, um ihre Jungen zu versorgen. Im Spätherbst gräbt die Bärin eine Schneehöhle, in die sie sich zurückzieht. Nach etwa acht Monaten Tragzeit bringt sie dort ein bis drei Junge zur Welt, wobei zwei am häufigsten sind.
Die Geburt ist ein Wunder: Ein Eisbär-Baby wiegt nur etwa 500 Gramm – winzig im Vergleich zur bis zu 300 Kilogramm schweren Mutter. Blind, nackt und vollkommen hilflos kuscheln sich die Kleinen in die wärmende Höhle. Mehrere Wochen lang leben sie ausschließlich von der extrem gehaltvollen Muttermilch, die sie rasch wachsen lässt. Erst nach drei bis vier Monaten verlassen sie zum ersten Mal mit der Mutter die Schneehöhle – ein aufregender Moment, denn nun beginnt das Leben im eisigen Freien.
Die ersten Schritte
Eisbärenkinder sind neugierig und verspielt. Sie balgen miteinander, rutschen kleine Schneehänge hinunter oder tapsen unbeholfen hinter der Mutter her. Dabei üben sie ganz nebenbei wichtige Überlebenstechniken – etwa das Schwimmen oder das Klettern über Eisschollen. Für Zoobesucher sind Eisbärenjunge echte Publikumsmagneten, weil sie trotz ihrer schnellen Entwicklung lange diesen tollpatschigen und "plüschigen" Eindruck vermitteln.
Die Mütter nehmen in den ersten Monaten nach dem Verlassen der Höhle kaum Nahrung auf und greifen fast ausschließlich auf ihre Fettreserven zurück. Sie sind ganz darauf konzentriert, ihre Jungen zu beschützen und ihnen die Welt zu zeigen. Die Kleinen machen es ihrer Mutter dabei nicht immer leicht – sie stürzen sich neugierig in Schneeverwehungen oder versuchen, mit allem zu spielen, was ihnen zwischen die Pfoten kommt.
Vorkommen:
Arktis (Kanada, USA (Alaska), Grönland, Norwegen (Spitzbergen = Svalbard), N-Russland)
Lebensraum:
Eisflächen mit Meereszugang, arktische Inseln und Küstengebiete
Kopf-Rumpf-Länge:
180 - 280 cm
Schwanzlänge:
6 - 13 cm
Gewicht:
150 - 650 (800) kg
Nahrung:
Robben, gestrandete Wale, Aas, menschl. Abfälle; selten auch Kräuter, Gräser und Beeren
Gefährdungsstatus:
VU (gefährdet)
Haltungen:
33 mal in Europa / 10 mal in Deutschland
Quelle: www.zootierliste.de



















