
Hinter Türchen Nr. 22 verstecken sich Kurzkrallenäffchen
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Krallenaffen: Winzige Primaten mit großem Zusammenhalt
Krallenaffen sind winzige Primaten, die im tropischen Regenwald Südamerikas zu Hause sind. Mit nur 300 bis 700 Gramm Gewicht wirken sie fast zerbrechlich, doch sie sind wahre Kletterkünstler. Charakteristisch sind ihre krallenartigen Fingernägel – eine Besonderheit unter Primaten –, mit denen sie sich geschickt im Blätterdach bewegen.
Trotz ihrer Gemeinsamkeiten unterscheiden sich die einzelnen Arten deutlich im Aussehen:
Das Goldkopflöwenäffchen trägt eine prächtige, goldene Mähne, die es wie eine Miniaturausgabe eines Löwen aussehen lässt. Es lebt ausschließlich im brasilianischen Atlantikwald und gilt als stark bedroht.
Der Rothandtamarin ist schwarz gefärbt, doch seine Hände und Füße leuchten rostrot – als hätte er sie in Farbe getaucht.
Das Lisztäffchen fällt mit seiner wilden, weißen Haarkrone auf, die wie eine Rockerfrisur aussieht.
Der Kaiserschnurrbarttamarin ist berühmt für seinen langen, weißen Schnurrbart, der wie bei einem alten Kaiser über die Mundwinkel hinaus hängt – ein Anblick, der jeden Besucher sofort zum Schmunzeln bringt.
Einzigartige Familienfürsorge
So unterschiedlich sie aussehen, ihr Familienleben folgt denselben Regeln – und diese machen sie so besonders. Nach einer Tragzeit von etwa 140 Tagen bringt ein Weibchen fast immer Zwillinge zur Welt. Für die Mutter ist das eine enorme Belastung, da die Jungtiere im Verhältnis zur Körpergröße sehr groß sind. Darum übernimmt vor allem das Männchen die Hauptlast der Fürsorge: Es trägt die Babys fast ständig auf dem Rücken, bringt sie nur zum Säugen zur Mutter und nimmt sie danach sofort wieder an sich. Auch Geschwister, Tanten und Onkel helfen mit – eine Art Babysitterdienst, wie man ihn im Tierreich selten findet.
Die winzigen Babys sehen aus wie kleine Kopien ihrer Eltern, klammern sich fest ins Fell und lassen sich durch die Äste tragen. Nach einigen Wochen beginnen sie vorsichtig, selbst kleine Ausflüge zu wagen. Dabei purzeln sie manchmal unbeholfen von Ast zu Ast und wirken dann, als hätten sie ihren eigenen Körper noch nicht ganz verstanden.
Skurrile Looks und neugierige Babys
Skurril und charmant zugleich: Bei den Kaiserschnurrbarttamarinen sieht es manchmal so aus, als würden selbst die Jungtiere schon einen kleinen „Bart“ tragen, obwohl sich die berühmte Gesichtsbehaarung erst später richtig entwickelt. Und Lisztäffchen-Kinder wirken mit ihrer strubbeligen Frisur, als hätten sie zu viel Zeit im Wind verbracht.
Gerade diese Mischung aus winziger Körpergröße, auffälligem Aussehen und enger Familienfürsorge macht Krallenaffen so faszinierend. Ihre Jungtiere sind der Mittelpunkt der Gruppe – und jedes Clan-Mitglied trägt seinen Teil dazu bei, dass sie groß und stark werden.
Vorkommen:
Tropische Regenwälder Südamerikas.
Goldkopflöwenäffchen: Atlantischer Regenwald in Brasilien (Bundesstaat Bahia)
Rothandtamarin: Nördliches Südamerika (Guyana, Suriname, Französisch-Guayana, Nordbrasilien)
Lisztäffchen: Nordwestliches Kolumbien
Kaiserschnurrbarttamarin: Südwestliches Amazonasgebiet (Peru, Brasilien, Bolivien)
Lebensraum:
Dichte Regenwälder, Waldränder und Sekundärwälder, oft in den mittleren und oberen Baumregionen. Manche Arten nutzen Baumhöhlen, andere leben auch in gemischten Gruppen mit verwandten Tamarinen.
Kopf-Rumpf-Länge:
20 – 28 cm (je nach Art)
Schwanzlänge:
25 – 44 cm (nicht greiffähig, dient als Balancierhilfe)
Gewicht:
350 – 700 g
Nahrung:
Früchte, Nektar, Blüten, Insekten, kleine Wirbeltiere sowie Baumharze – sehr abwechslungsreiche Allesfresser.
Fortpflanzung:
Tragzeit ca. 140 Tage, meist Zwillingsgeburten. Die Jungtiere werden hauptsächlich vom Vater und den anderen Gruppenmitgliedern getragen – die Mutter übernimmt vor allem das Säugen.
Gefährdungsstatus:
Goldkopflöwenäffchen: EN (stark gefährdet)
Rothandtamarin: LC (nicht gefährdet)
Lisztäffchen: CR (vom Aussterben bedroht)
Kaiserschnurrbarttamarin: LC (nicht gefährdet)


















