Hinter Türchen Nr. 23 versteckt sich das Erdmännchen

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Erdmännchen: Das wache Leben in der Gemeinschaft

Erdmännchen gehören zu den Lieblingen vieler Zoobesucher – und das nicht ohne Grund. Mit ihrem aufrechten Sitz, dem wachen Blick und der neugierigen Art wirken sie fast menschlich. Tatsächlich sind Erdmännchen kleine Mangusten, die in den trockenen Savannen und Halbwüsten des südlichen Afrikas leben. Sie leben in großen Familienverbänden, den sogenannten Clans, die aus bis zu 30 Tieren bestehen können. Gemeinsam bewohnen sie verzweigte Erdbauten mit vielen Tunneln und Ausgängen, die sie stetig erweitern und sauber halten.

Ihr ausgeprägter Gemeinschaftssinn ist besonders auffällig. Während einige Tiere nach Futter suchen – meist Insekten, aber auch kleine Wirbeltiere, Eier oder Pflanzen –, stehen andere Wache. Das berühmte Bild vom Erdmännchen aufrecht auf den Hinterbeinen ist also nicht nur niedlich, sondern überlebenswichtig. Mit scharfen Augen und lauten Rufen warnen sie ihre Familie vor Greifvögeln oder Schakalen.

 

Gemeinschaftliche Aufzucht

Auch bei der Fortpflanzung und Aufzucht herrscht Teamarbeit. In der Regel bekommt das ranghöchste Weibchen die meisten Jungtiere, aber alle Mitglieder der Gruppe helfen bei der Versorgung. Nach etwa 11 Wochen Tragzeit bringt die Mutter zwei bis fünf Junge zur Welt. Die winzigen, blinden und zarten Babys bleiben zunächst tief im Bau, geschützt vor Feinden und den extremen Temperaturen. Erst nach etwa drei Wochen öffnen sie die Augen und wagen einen Monat später die ersten tapsigen Schritte ins Freie.

Jetzt zeigt sich, wie fürsorglich die ganze Gemeinschaft ist: Nicht nur die Mutter, sondern auch Tanten, Onkel und ältere Geschwister kümmern sich um die Kleinen. Sie bringen Nahrung, tragen die Jungen behutsam im Maul oder beschützen sie vor Gefahren. Sogar das Jagen und Graben wird spielerisch beigebracht – ein erwachsenes Tier bringt etwa eine Heuschrecke, lässt sie vor den Jungen los und gibt ihnen so die Chance, das Fangen selbst zu üben.

 

Spielerische Lektionen

Erdmännchen-Kinder sind manchmal wahre "Drama-Queens": Sie betteln lautstark mit hohen Quieklauten nach Futter, springen den Erwachsenen regelrecht vor die Füße und geben erst Ruhe, wenn sie etwas bekommen. Für Besucher mag das urkomisch aussehen, für die Erwachsenen im Clan gehört es einfach zum Alltag.

Gerade diese Mischung aus strenger Wachsamkeit, enger Familienbindung und kindlichem Übermut macht Erdmännchen zu so spannenden und liebenswerten Tieren. Ihre Jungtiere sind kleine Energiebündel, die man stundenlang beobachten könnte.

Vorkommen:

südliches Afrika

Lebensraum:

offene Trockengebiete und Savannen

Kopf-Rumpf-Länge:

24,5 - 29 cm

Schwanzlänge:

26 - 28,5 cm

Gewicht:

620 - 970 g

Nahrung:

Insekten, Spinnentiere, Amphibien, kleine Reptilien und Vögel

Gefährdungsstatus:

LC (nicht gefährdet)

Haltungen:
412 mal in Europa / 121 mal in Deutschland

Quelle: www.zootierliste.de

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