
Hinter Türchen Nr. 27 versteckt sich der Orang Utan
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Orang-Utans: Die "Waldmenschen" des Regenwalds
Der Orang-Utan, dessen Name aus dem Malaiischen stammt und „Waldmensch“ bedeutet, lebt in den Regenwäldern von Borneo und Sumatra. Mit seinen langen Armen, dem zotteligen rotbraunen Fell und den klugen Augen zählt er zu den faszinierendsten Menschenaffen. Anders als Gorillas oder Schimpansen sind Orang-Utans meist Einzelgänger – besonders die erwachsenen Männchen halten Abstand voneinander. Nur Mütter mit ihren Jungen bilden enge Gemeinschaften.
Orang-Utans sind wahre Kletterkünstler. Sie verbringen fast ihr gesamtes Leben in den Bäumen und bauen sich jede Nacht ein neues Schlafnest aus Ästen und Blättern. Ihre kräftigen Arme können eine Spannweite von bis zu 2,5 Metern erreichen, was ihnen erlaubt, sich mühelos durch das Blätterdach zu hangeln.
Die längste Kindheit der Menschenaffen
Die Fortpflanzung bei Orang-Utans ist besonders bemerkenswert, weil sie zu den langsamsten im ganzen Tierreich gehört. Nach einer Tragzeit von rund 8,5 Monaten bringt das Weibchen ein einzelnes Junges zur Welt – Zwillinge sind äußerst selten. Das Neugeborene wiegt nur etwa 1,5 bis 2 Kilogramm und klammert sich sofort an die Mutter. Orang-Utan-Mütter sind äußerst fürsorglich und widmen sich ihrem Nachwuchs mit voller Hingabe.
Die Kindheit eines Orang-Utans dauert sehr lange. Bis zu acht Jahre bleiben die Kleinen eng an die Mutter gebunden, lernen von ihr, wie man Nahrung findet, Nester baut und sich sicher durch die Baumwipfel bewegt. Oft sieht man Jungtiere, die noch am Bauch der Mutter hängen, während sie von Ast zu Ast klettert – ein Anblick, der Besucher regelmäßig zum Staunen bringt.
Spielende Waldmenschen
Besonders niedlich wirkt der Nachwuchs, wenn er beginnt, selbstständig zu werden. Sie experimentieren mit Ästen, imitieren die Mutter beim Nestbau oder probieren vorsichtig Früchte. Im Spiel mit Gleichaltrigen üben sie ihre Geschicklichkeit, hängen kopfüber an Ästen oder purzeln durch das Geäst – dabei wirken sie manchmal fast wie kleine, zottelige Kinder mit unbändiger Neugier.
Gerade diese lange Kindheit und die enge Bindung zur Mutter machen Orang-Utans so berührend. Sie zeigen, wie viel Geduld, Fürsorge und Lernzeit nötig sind, damit aus einem winzigen Baby ein kräftiger „Waldmensch“ wird, der alleine überleben kann.
Vorkommen:
südliches Asien (Borneo: Kalimantan (zu Indonesien), Sabah und Sarawak (zu Malaysia))
Lebensraum:
tropische Hoch-und Tiefenwälder, Flussufer- und Sumpfwälder
Kopf-Rumpf-Länge:
72 - 97 cm
Gesamtlänge:
Standhöhe 100 - 150 cm
Gewicht:
30 - 100 kg
Nahrung:
Früchte, Samen, Blätter, Rinde und Triebe
Gefährdungsstatus:
CR (vom Aussterben bedroht)
Haltungen:
22 mal in Europa / 5 mal in Deutschland
Quelle: www.zootierliste.de






