Hinter Türchen Nr. 28 versteckt sich das Nashorn

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Das Nashorn: Ein Relikt aus der Urzeit

Das Nashorn gehört zu den eindrucksvollsten Tieren Afrikas. Mit seinem massigen Körper, der dicken Haut und dem charakteristischen Horn wirkt es fast wie ein Relikt aus der Urzeit. Nashörner sind Pflanzenfresser und verbringen den Großteil des Tages damit, zu grasen oder zu ruhen. Trotz ihres plumpen Erscheinungsbildes können sie erstaunlich schnell werden – auf kurzen Strecken erreichen sie bis zu 50 km/h.

Ihre Haut ist bis zu fünf Zentimeter dick, doch an vielen Stellen empfindlich. Deshalb lieben Nashörner Schlammbäder: Der Schlamm kühlt, schützt vor Sonnenbrand und hält lästige Parasiten fern. Begleitet werden sie dabei oft von Vögeln wie Madenhackern, die Zecken und Insekten direkt von ihrer Haut picken.

 

Tapsiger Nachwuchs mit Mini-Hörnchen

Nach einer Tragzeit von rund 16 Monaten bringt das Weibchen ein einzelnes Kalb zur Welt. Dieses wiegt bei der Geburt schon 40 bis 60 Kilogramm und bleibt eng an der Seite der Mutter. Zunächst wirkt es tapsig und unbeholfen, doch schon bald kann es erstaunlich flink neben ihr herlaufen. Der Nachwuchs saugt bis zu zwei Jahre lang, bleibt aber oft noch länger bei der Mutter, bis ein neues Kalb geboren wird.

Nashornkinder sind neugierig und verspielt. Sie tollen umher, üben kleine Scheingefechte mit dem Kopf und traben immer wieder stolz mit erhobenem Mini-Hörnchen herum – das Horn ist bei der Geburt noch nicht ausgebildet und wächst erst später. Für Besucher ist es ein herzerwärmender Anblick, wenn das kleine Kalb mit seinen stämmigen Beinen unbeholfen versucht, die Bewegungen der Mutter nachzuahmen.

 

Breit- vs. Spitzmaul: Die Unterschiede

Es gibt deutliche Unterschiede zwischen den beiden afrikanischen Arten: Das Breitmaulnashorn ist größer, schwerer und hat ein breites, quadratisches Maul – perfekt zum Grasen auf offenen Savannen. Das Spitzmaulnashorn ist kleiner und hat ein spitz zulaufendes, hakenförmiges Maul, mit dem es Blätter und Zweige von Büschen zupft. Auch im Verhalten unterscheiden sie sich: Während Breitmaulnashörner oft in kleinen Gruppen leben, sind Spitzmaulnashörner meist Einzelgänger. Beide Arten aber teilen dieselbe Gefährdung: Wilderei wegen ihrer Hörner und der Verlust ihres Lebensraums.

Vorkommen:

Breitmaulnashorn: südliches und östliches Afrika

Spitzmaulnashorn: östliches und südliches Afrika

Lebensraum:

Breitmaulnashorn: Savannen, Grasländer, lichte Wälder

Spitzmaulnashorn: Buschland, Dornensavannen, dichtere Vegetation

Kopf-Rumpf-Länge:

Breitmaulnashorn: 3,50 – 4,20 m

Spitzmaulnashorn: 3,00 – 3,75 m

Schwanzlänge:
60 – 70 cm bei beiden

Gewicht:

Breitmaulnashorn: 1.800 – 2.300 kg (Bullen bis 3.600 kg)

Spitzmaulnashorn: 800 – 1.400 kg (Bullen bis 1.800 kg)

Besonderes Merkmal:

Breitmaulnashorn: breites, quadratisches Maul zum Grasen

Spitzmaulnashorn: spitz zulaufendes, hakenförmiges Maul zum Abzupfen von Blättern

Nahrung:

Breitmaulnashorn: Gräser

Spitzmaulnashorn: Blätter, Zweige, Sträucher

Fortpflanzung:

Tragzeit bei beiden ca. 16 Monate, 1 Kalb (40–60 kg Geburtsgewicht), Säugezeit bis 2 Jahre

Sozialverhalten:

Breitmaulnashorn: eher gesellig, kleine Gruppen möglich

Spitzmaulnashorn: eher Einzelgänger

Gefährdungsstatus:

Breitmaulnashorn: NT (potenziell gefährdet) – Bestände stabiler, aber bedroht durch Wilderei

Spitzmaulnashorn: CR (vom Aussterben bedroht) – Population stark geschrumpft

Haltungen:
Breitmaulnashorn: 70 mal in Europa / 9 mal in Deutschland
Spitzmaulnashorn: 15 mal in Europa / 6 mal in Deutschland

Quelle: www.zootierliste.de

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