Stefanie Degen

Stefanie ist heute 31 Jahre alt und hat von 2008 bis 2011 eine Ausbildung zur Tierpflegerin für Zoo und Wildtiere im Heimattiergarten Fürstenwalde/Spree gemacht. Wir haben ihr in diesem Interview Fragen zur ihrer Ausbildung gestellt.

Warum hast du dich für die Ausbildung zur Tierpflegerin entschieden?

Ich wollte schon immer mit Orcas arbeiten, da ich von klein an mich für diese Tiere interessiere. Diese Faszination ist bis heute ungebrochen. Und nachdem ich ein Einstiegsqualifizierungsjahr im Heimattiergarten Fürstenwalde gemacht habe, stand für mich endgültig fest, dass ich Tierpflegerin werden wollte.

War es schwer eine Ausbildungsstelle zu finden?

Ich habe mich während der Maßnahme in mehreren zoologischen Einrichtungen beworben, da nicht klar war, ob der Heimattiergarten ausbilden wird, da er ein Verein ist. Von den meisten kamen aber Absagen. Ich war schon am verzweifeln, weil ich diesen Beruf wirklich unbedingt lernen wollte. Umso glücklicher war ich, als ich erfuhr, dass der Heimattiergarten in Fürstenwalde doch ausbildet und ich einer der zwei Azubis wurde.

Was war für dich das schwerste an der Ausbildung?

Tiere fangen war für mich mit am schwersten. Besonders, wenn es um die Paarhufer ging (z.B. Mufflon, Rentiere, usw.)

Was hat dir am meisten Spaß gemacht während deiner Ausbildung?

Unsere täglichen Futterrunden. Besonders, wenn neugierige Besucher Fragen hatten und einen begleitet haben.

War die Ausbildung so, wie du sie dir vorgestellt hast?

Nein, was aber nicht heißt, dass sie dadurch schlechter war. Im Gegenteil! Wir Azubis mussten schon zeitig selbstständig arbeiten können, was uns für die Zukunft nur helfen konnte. So durfte ich einen Steinkauz per Hand aufziehen, was für mich eine der schönsten und unvergesslichsten Erlebnisse in meiner Ausbildungszeit dort war.

Hattest du ein Lieblingstier, um das du dich gekümmert hast?

Als ich meine Qualifizierung im Dezember 2007 begann, bekam der Htg kurz danach einen neuen Luchskater, namens Django. Ich weiß nicht warum, aber von Anfang an haben wir uns verstanden und ich habe ihn richtig lieben gelernt und mich am liebsten um ihn und seine Damen gekümmert. Besonders, nachdem er anfing, mich mit dem typischen Begrüßungslaut schon am Gehege zu empfangen war es um mich geschehen.

Aber auch die Eulen habe ich immer sehr gerne betreut.

Gibt es Tiere, bei denen du dich am liebsten davor gedrückt hättest, sie zu versorgen?

Generell die Paarhufer, was aber weniger an den Tieren lag, sondern eher an den vielen kleinen Hinterlassenschaften. Es hat immer ewig gedauert, bis man die Gehege sauber hatte.

Hast du dich während der Ausbildung auch mal verletzt?

Nein, in den drei Jahren gab es vielleicht mal ein paar Kratzer oder blaue Flecke, aber nie etwas ernsthaftes.

Was ist die Hauptarbeit einer Tierpflegerin?

Dafür zu sorgen, dass es seinen Schützlingen gut geht! Und das beinhaltet eine Menge Arbeit. Von der täglichen Reinigung, über die Futtervorbereitung, bis hin zur Einrichtung des Geheges. Auch bei tierärztl. Untersuchungen assistiert man. Als Tierpflegerin ist man Koch, Handwerker, Reinigungskraft und Bezugsperson in einer Person.

Hast du während der Ausbildung auch mal so etwas wie eine kommentierte Tierfütterung oder eine Führung gemacht?

Ja, beides sogar und auch schon von Anfang an. Und gerade die Führungen habe ich besonders gern gemacht, da ich die Besucherarbeit als sehr wichtig empfinde und es liebe, anderen wissbegierige Menschen Fakten und Anekdoten zu den Tieren zu erzählen und ihre Fragen zu beantworten.

Warst du nervös bevor als du das erste Mal mit den Besuchern gearbeitet hast?

Ein wenig schon, aber das hat ziemlich schnell nachgelassen.

Welches war das gefährlichste Tier, mit dem du bisher gearbeitet hast?

Mit dem Rothirsch während der Brunftzeit. Bevor wir zur täglichen Routine ins Gehege konnten, mussten wir ihn immer absperren, was mitunter nicht leicht war.

Gibt es etwas, das du dir anders gewünscht hättest in der Ausbildung?

Rückblickend betrachtet nein. Ehrlicherweise bin ich froh darüber, wie meine Ausbildungszeit war. Wir Azubis haben uns viel auch untereinander geholfen. Und da es eine eher kleine Einrichtung ist, war das Verhältnis fast schon familiär.

War die Abschlussprüfung schwer?

Dank der tollen Vorbereitung der Lehrer und auch der Praktika in zwei größeren Zoos habe ich mich gut vorbereitet gefühlt und empfand die Prüfung als schwer, aber machbar. Bis zur Verkündung des Ergebnisses habe ich aber Blut und Wasser geschwitzt.

Mit welchen Tieren würdest du in Zukunft gerne arbeiten?

Mein größter Wunsch wäre es mit Meeressäugern zu arbeiten. Besonders mit Schwertwalen.